Prof. Dr. Ingo Rechenberg

Prof. Ingo Rechenberg begann als begeisterter Modellflieger Wissenschaft zunächst spielerisch zu betreiben. Er wurde 1954 Vizeweltmeister in der Klasse A2 (heute F1A) und zusammen mit Rudi Lindner und Max Hacklinger zugleich Mannschaftsweltmeister. Hacklinger, Lindner und Rechenberg haben dann mit ihren vom Vogelflug inspirierten Flugmodellen Geschichte geschrieben.
1955 beginnt Ingo Rechenberg an der TU-Berlin bei Professor Heinrich Hertel mit dem Studium des Flugzeugbaus. Von der Euphorie seines Professors zum Forschungsgebiet Evolution angesteckt, beginnt er Darwins Modell der Evolution nachzuspielen. Ingo Rechenberg promoviert an der TU Berlin, 1972 wird er auf eine Professur für das Fachgebiet Bionik und Evolutionstechnik an die TU Berlin berufen. Ingo Rechenberg begreift Bionik als Studium und Nutzung von Ergebnissen der biologischen Evolution. Expeditionsreisen führen ihn 1993 in die Antarktis, 1994 nach Spitzbergen und 1996 abermals in die Antarktis. Forschungsobjekte sind das «Unterwasser-Fliegen» der Pinguine sowie die Funktion der Deckfederreihen der antarktischen Raubmöve als Rückstrombremsen. Bereits seit 1982 begibt sich Rechenberg jährlich mit seinem Expeditionsfahrzeug in die Wüste Erg Chebbi am Rand der Sahara in Südmarokko. Seit dem Jahr 2000 ist Rechenbergs spannendstes Forschungsobjekt der Sahara-Sandfisch, eine Glattechse, die mit kleinster Festkörperreibung und minimalem Abrieb unter dem Sand der Dünen schwimmt.
«Was wir von der Natur lernen können» lautet sein Forschungsthema, das zugleich sein großes Hobby und daher auch Referatsthema sein wird.